Kommunikation

Kommunikation umfasst Botschaften an die Zielgruppe, die darauf ausgerichtet sind, das CBVCT-Angebot zu bewerben, die Nachfrage unter denjenigen MSM zu steigern, die den größten Bedarf haben und um Informationen zu Themen zu verbreiten, die für MSM im Kontext der sexuellen Gesundheit relevant sind. Die Kommunikationsarbeit von CBVCT-Angeboten ist oft in an MSM gerichtete nationale Kommunikationsstrategien und Kampagnen eingebunden.

 

Erhalte Einblicke aus verschiedenen Checkpoints in Europa in unserem Video aus dem Workshop in Ljubljana:

Inklusive russischen Untertiteln / Включая российские субтитры

Stichpunkt Ist dies in deinem CBVCT-Angebot vorhanden? Gibt es hierzu einen schriftlichen Standard, Leitlinie, Plan, Richtlinie, Vertrag oder Vereinbarung? Ist er/sie an die Bedingungen vor Ort angepasst? Funktioniert er/sie wie vorgesehen? Maßnahmen
Kommunikationsziele
Beschreibung

Beschreibung

Die Ziele der Kommunikation drücken die erwünschten Veränderungen aus, z. B. die Nachfrage nach CBVCT-Diensten zu erhöhen oder das Gesundheitswissen zu erweitern. Klare und erreichbare Ziele für die Kommunikation sind Anhaltspunkte für die Konzeption, Durchführung und Evaluierung von Kommunikationsvorhaben, z. B. Flyer oder Kampagnen im Internet oder auf sozialen Medien.

 

Anleitungen

Anleitungen

Oberziele von CBVCT-Angeboten für die Kommunikation sind u. a.:

  • So viele MSM wie möglich kennen und nutzen die CBVCT-Einrichtung
  • Diejenigen, die am ehesten von der Testung profitieren würden, nehmen sie auch wahr
  • Die Dienstleister in der Region wissen von der Existenz der CBVCT-Einrichtung und kennen sie im Detail
  • Erfolge (und Verbesserungswürdiges) kommunizieren, um die Wahrnehmung des Angebots durch Förderer und Unterstützer zu erhöhen
  • Potentielle Ehrenamtliche anwerben
  • Die Community stärken (Empowerment)
  • Allgemeinwissen zu HIV, STI und Risiken verbessern
  • Das Wissen um PrEP, PEP, Schutz durch Behandlung etc. erhöhen.

Die SMART-Kriterien können bei der Formulierung von konkreten Zielen für Kommunikationsmaßnahmen nützlich sein, um dafür zu sorgen, dass die Ziele richtungweisend für die Umsetzung sind und auch zu einer aussagekräftigen Evaluierung führen. Die Formulierung der SMART Kriterien variiert je nach Quelle. Hier ist eine Version:

SMART Kriterien

S pezifisch

M essbar

A ttraktiv

R elevant

T erminiert

 

 

Anpassung

Anpassung

Themen für Kommunikationsmaßnahmen, die sich auf Ergebnisse der Epidemiologie beziehen, z. B. niedrige Testungsraten unter schwulen Männern mit mehreren Partnern, stimmen evtl. nicht mit den dringlichsten Bedarfen der Zielgruppe überein. Jede Art von Kommunikationsmaßnahme muss beiden Rechnung tragen. Partizipative Methoden können dabei helfen, die aktuellen Bedürfnisse der Zielgruppe festzustellen und die Ziele für die Kommunikation dementsprechend anzupassen.

 

Qualitätsentwicklung

Qualitätsentwicklung

Der PQ Methodenkoffer (Partizipative Qualitätsentwicklung, erhältlich unter www.qualityaction.eu) enthält die „SMART-Kriterien“ für die Setzung von Zielen. Viele der partizipativen Methoden in diesem Koffer können dazu verwendet werden, um die für die Kommunikation gesetzten Ziele zu verbessern.

 

Aktionsplan

Aktionsplan

Der Aktionsplan hilft Ihnen, konkret an den Themen zu arbeiten, die für Sie wichtig sind (gelbe und / oder rote Zellen in der Checkliste). Bitte füllen Sie den Aktionsplan so konkret wie möglich aus. Sie können ihn später als xlsx.-Dokument herunterladen und ausdrucken. Der Aktionsplan ist die Grundlage für Ihre Projektplanung, Umsetzung und Evaluation.

Der Aktionsplan definiert eine Abfolge von Schritten, die getroffen, oder Aktivitäten, die  durchgeführt werden müssen, um eine Strategie erfolgreich durchführen zu können. Der Aktionsplan hat vier wesentliche Elemente: (1) Spezifische Aufgaben: Was wird getan und (2) von wem, (3) Zeithorizont: wann wird es gemacht und (4) schliesslich wie die Durchführung der Aktion überwacht wird.

 


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Zielgruppen definieren
Beschreibung

Beschreibung

Die Zielgruppen für Kommunikation sind die Personen, die als Emfänger*innen der Kommunikation gedacht sind. Um die Kommunikationsinhalte, -kanäle und den Kommunikationsstil an deren Bedürfnisse anzupassen, ist es hilfreich, sie am Anfang des Planungsprozesses klar zu definieren.

 

Anleitungen

Anleitungen

Das wichtigste Publikum für die Kommunikation von CBVCT-Angeboten ist die Zielgruppe selbst (MSM). Nutze die differenzierteste verfügbare epidemiologische Analyse, um die Zielgruppen für die Kommunikation auszuwählen und zu definieren. MSM sind keine homogene Bevölkerungsgruppe, und manche sind vulnerabler als andere. Auch eine Analyse der CBVCT-Statistiken kann Lücken in der Erreichung von Teilen der Zielgruppe aufzeigen. Hier eine Auflistung der MSM, die als Zielgruppen für Kommunikation in Frage kommen:

  • Diejenigen, die zum ersten Mal zum Test gehen (MSM, die noch nie auf HIV getestet worden sind)
  • MSM, die an Chemsex teilnehmen
  • MSM in einer Beziehung / MSM ohne Beziehung
  • MSM, die kürzlich Profile bei einem Online-Datingservice oder einer Dating-App angelegt haben
  • MSM mit Migrationshintergrund
  • MSM, die Testempfehlungen (z. B. ein- oder zweimal im Jahr) befolgen
  • HIV-positive MSM, die sich auf STI testen lassen wollen.

Alle demografischen Informationen, die zur ausgewählten Zielgruppe zur Verfügung stehen helfen dabei, die jeweils vielversprechendste Kommunikationsmethodik auszuwählen:

  • Welche MSM sind am meisten betroffen / haben das höchste Risiko?
  • Was sind die Eigenschaften der MSM, die ein Risiko haben?
  • Was ist ihr Alter, Bildungsniveau und sozialer Status?
  • Was ist ihre Mutter- und erste Fremdsprache?
  • Was ist ihr Status in Bezug auf Migration oder ethnische Minderheiten?

Mitglieder der Zielgruppe in dieser frühen Phase zu beteiligen ermöglicht wertvolle Einsichten, besonders da es zu den demografischen Merkmalen von MSM nicht immer sozialwissenschaftliche Studien gibt.

Manchmal kann eine Zielgruppe nicht gut direkt erreicht werden. Die, die mit ihnen in engem Kontakt stehen (z. B. die Eigentümer*innen schwuler Unternehmen, Allgemeinärzt*innen) können dann als indirekte Zielgruppe definiert werden.

Auch Ehrenamtliche, die Community, Förderer, Partner und andere Akteure können als Zielgruppen definiert werden.

 

Anpassung

Anpassung

Die Planung effektiver Kommunikationsmaßnahmen erfordert Kenntnisse der Lebensstile, sozialen Netze und sexuellen Subkulturen der zu erreichenden Männer:

  • Wie vernetzen sich die MSM vor Ort, wie finden sie Sexpartner?
  • Wo holen sie sich Informationen?
  • Wer hat außerdem noch Zugang zu den schwulen Männern und anderen MSM vor Ort?

Umfragen und Fokusgruppen vor Ort mit Mitgliedern der Zielgruppe ermöglichen den Zugang zu diesem Wissen.

 

Qualitätsentwicklung

Qualitätsentwicklung

Qualitätsentwicklungsinstrumente für Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen, wie z. B. der Selbstbewertungsfragebogen Succeed und das extern bewertete QIP, beide erhältlich unter www.qualityaction.eu, enthalten Abschnitte zur Zielgruppendefinition auf der Basis von Belegen. Sie stellen Fragen wie z. B.:

  • Welche Zielgruppe(n) erreicht das Projekt / versucht das Projekt zu erreichen?
  • Hattest / hast du bestimmte Gründe für die Auswahl dieser Gruppe(n)?
  • Hast du Daten oder andere Informationen verwendet, um diese Auswahl zu treffen?
  • Erreichst du diese Zielgruppe mit deinem Projekt direkt, oder versuchst du dies?

Solche Fragen können verwendet werden, um zu sehen, ob die Definition der Zielgruppen für die Kommunikationsmaßnahmen des CBVCT-Angebots verbessert werden kann.

Der PQ-Methodenkoffer, (Partizipative Qualitätsentwicklung, erhältlich unter www.qualityaction.eu), enthält schrittweise Anleitungen zu partizipativen Methoden, um mehr über die und von der Zielgruppe zu lernen, z. B. „Blitzbefragung“ und „Fokusgruppe“.

 


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Schlüsselbotschaften
Beschreibung

Beschreibung

Schlüsselbotschaften beinhalten die Informationen, die vom Publikum empfangen, verstanden und umgesetzt werden sollen.

 

Anleitungen

Anleitungen

Bei Schlüsselbotschaften, die CBVCT-Angebote an MSM kommunizieren, geht es u. a. um:

  • Zugang zum CBVCT-Dienst: Ort, Öffnungszeiten
  • Wie das CBVCT-Angebot arbeitet: z. B. Peer-Beratungskonzept, Transparenz, Vertraulichkeit
  • Warum es etwas bringt, sich testen zu lassen
  • HIV-Stigmatisierung bekämpfen
  • Dass Klient*innen Risikoverhalten ansprechen können, einschließlich Chemsex, Drogengebrauch etc.
  • Dass Prävention heute mehrere Strategien umfasst, z. B. Kondome, Schutz durch Therapie, PrEP, PEP
  • Was es heute bedeutet, mit der HIV-Infektion zu leben, z. B. „Menschen mit HIV haben ein normales Alltagsleben“
  • Teil der Community zu sein, u. a. ehrenamtlich beim CBVCT-Angbot mitzuarbeiten.

Es ist am Besten, wenn die Schlüsselbotschaften so klar und einfach wie möglich gehalten werden. Sie müssen sachlich richtig, verlässlich und aktuell sein. Die Vermittlung von Informationen über Gesundheitsfragen oder -risiken sollten immer mit einem Handlungsaufruf verbunden sein, z. B. „Mach‘ noch heute einen Termin – Telefon 1 234 56 78!“:

  • Welche Tatsachen sollen kommuniziert werden? Sind sie richtig und aktuell?
  • Welche Botschaft soll kommuniziert werden?
  • Was ist der Handlungsaufruf?

 

Anpassung

Anpassung

Wie eine Botschaft ausgedrückt ist, ist genauso wichtig wie ihr Inhalt. Sprachwahl, Bilder und Gestaltung sollten zum dem Umfeld passen, in dem sie empfangen wird. Den richtigen Ton treffen zu können hängt zum Großteil von einer guten Kenntnis der Zielgruppe sowie deren Lebenswelt und Präferenzen bei der Kommunikation ab. Die Beteiligung der Zielgruppe bei der Formulierung und Gestaltung von Botschaften hilft dabei, Authentizität, Legitimität, Reichweite und Wirkung zu maximieren:

Wer ist der Absender der Botschaft?

Welcher Sprache soll verwendet werden? Welcher Stil soll verwendet werden?
Welche Rolle spielen Bilder?

Was ist die gewünschte Reaktion?

Manchmal kann der Gebrauch von Humor (auch Karikaturen) in der Kommunikation dabei helfen, Tabus und Peinlichkeiten zu überwinden, auf andere kann er herablassend wirken.

Wie oft eine Botschaft kommuniziert wird, muss ebenso an Inhalt und Publikum angepasst werden. Es kann nützlich sein, Botschaften zu wiederholen, da Menschen sie evtl. nur nach und nach aufnehmen. Dies kann bei neuen Informationen wirkungsvoll sein (z. B. „Nicht nachweisbar = Nicht infektiös“) oder dabei, Stigmatisierung zu reduzieren, indem positive Bilder des Lebens mit HIV vorgestellt werden. Andere Botschaften, z. B. Handlungsaufrufe oder Aufrufe zu Verhaltensänderungen, funktionieren besser, wenn sie nicht zu oft wiederholt und ab und zu in veränderter Form präsentiert werden.

 

Qualitätsentwicklung

Qualitätsentwicklung

Es ist am Besten, für die Entwicklung von Schlüsselbotschaften einen partizipativen Prozess anzuwenden, und auch eine Form des Pre-Tests bevor die Materialien veröffentlicht oder gedruckt werden:

Wie wird die Botschaft verstanden?

Wie könnte die Sprache verändert werden, um sie attraktiver zu machen?

Führen Bilder und Gestaltung zur gewünschten Reaktion? Könnten sie verbessert werden?

Gibt es ungewollte Wirkungen? Wie kann die Hauptbotschaft verbessert werden?

Wie gut erreicht die Botschaft MSM?

Wie gut wird die Botschaft verstanden?

Der PQ-Methodenkoffer (Partizipative Qualitätsentwicklung, erhältlich unter www.qualityaction.eu) enthält eine schrittweise Anleitung für die Moderation von „Fokusgruppen“.

 


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Kommunikationskanäle
Beschreibung

Beschreibung

Kommunikationskanäle verwendest du, um die von dir definierten Zielgruppen mit den ausgewählten Schlüsselbotschaften zu erreichen.

 

Anleitungen

Anleitungen

CBVCT-Angebote nutzen eine Reihe von Kommunikationskanälen, um MSM zu erreichen:

  • Online-Kommnikation und soziale Medien: Webseiten, Facebook, twitter

 Webseiten mit oder ohne interaktive Elemente, wie z. B. Risikoanalysen, Diskussionsforen und individuelle Beratungsfunktion können Informationsdrehscheiben für selbstständiges Nachschauen, Verstärkung der Botschaft und Weiterverweisung darstellen.

Kommunikation über das Internet und mobile Netzwerke kann in den virtuellen Räumen stattfinden, die MSM nutzen, um Sexpartner*innen zu finden. Für die Online-Kommunikation gibt es mehrere Möglichkeiten: Bezahlte Werbung auf kommerziellen Webseiten, kostenlose Inhalte auf eigenen oder anderen gemeinnützigen Webseiten sowie interaktive Methoden wie z. B. Online-Beratung in Chatrooms oder Diskussionsforen.

Botschaften können auch über die sozialen Medien kommuniziert werden, aber nicht alle sozialen Medien sind gleich gut für die Zielgruppe, das Kommunikationsziel und die Botschaft geeignet (z. B. kann die Pflege einer Facebook-Seite ein effektives und effizientes interaktives Element einer Präventionskampagne sein, aber ein Twitter-Konto lohnt sich evtl. weniger): Warum wollen wir die sozialen Medien nutzen? Welche Männer haben keinen Zugang zur nötigen Technik? Wieviel Zeit und Geld ist notwendig, um eine interaktive Präsenz aufrechtzuerhalten?

  • Anzeigen auf Dating-Webseiten (z. B. Gay Romeo, Grindr etc.) und in der schwulen Presse

Bezahlte Anzeigen auf kommerziellen Webseiten und Dating-Apps können eine Vielfalt von Nutzern ansprechen (Werbebanner) oder Nutzer mit bestimmen Kundenprofilen (Pop-up-Anzeigen). Die Formate, die Methoden für eine gezielte Ansprache und die Preise unterliegen sich rapide verändernden Marktbedingungen und Nutzergewohnheiten von MSM. Viele CBVCT-Angebote pflegen auch eigene Profile auf Dating-Apps, und manche handeln mit den App-Betreibern Unterstützung in Form von kostenloser Werbung aus, und dass ihre Profile nicht suspendiert werden.

  • Presseartikel, Pressemitteilungen (z. B. zum Welt-AIDS-Tag), Kongresse
  • Massenkommunikations- und Peer-Aufklärungskampagnen unter Verwendung von Rollenmodellen (z. B. „Ich hab‘ mich testen lassen, wie steht’s mit Dir?“)

Die Einbeziehung von MSM als Rollenmodelle in Massenkommunikationskampagnen zielt darauf ab, die Botschaft für ihre Lebenswelt relevant zu machen. Dies bedeutet, Rollenmodelle zu verwenden, die persönliche Geschichten, Erfahrungsberichte und Bildmaterial beitragen.

Meinungsmacher, die den Respekt der Zielgruppe genießen und deren Aufmerksamkeit auf sich ziehen können sind wichtige Kooperationspartner für die Massenkommunikation.

  • Persönliche Kommunikation und Vor-Ort-Arbeit

Vor-Ort-Arbeit kann dort durchgeführt werden, wo MSM sich treffen, beispielsweise in der Öffentlichkeit und in Räumlichkeiten, die für soziale Kontakte und die Suche nach Sexpartner*innen aufgesucht werden, oder in virtuellen Räumen im Internet und mobilen Netzwerken.

Tool 3 im HIVTestingImplementationGuide_Final Werkzeugkasten des CDC (erhältlich unter http://www.cdc.gov/hiv/testing/nonclinical/) bietet einen differenzierten Planungsleitfaden für Vor-Ort-Testungsprojekte an.

Die Persönliche Beratung, Unterstützung und Information in Kombination mit der Testung stellt eine Gelegenheit dar, komplizierte Gesundheitsinformationen und Begründungen für eine Verhaltensänderung zu vermitteln, und um individuelle Hindernisse anzusprechen.

  • Gedruckte Informationsmaterialien

 Gedruckte Informationsmaterialien gibt es in einer Vielfalt von Formaten (Kondom / Gleitmittelpackungen, Flyer, Broschüren, Büchlein); viele davon werden im Kleinformat gestaltet, so dass man sie sich diskret nehmen und einstecken kann. Sie können zudem als Kommunikationswerkzeuge in der Vor-Ort-Arbeit und bei anderen persönlichen Kontakten wie Praxis- und Beratungsterminen verwendet werden.

 

Anpassung

Anpassung

Um die Kommunikation an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen, ist es wichtig, zu wissen, welche Kommunikationskanäle die örtlichen MSM verwenden und eng mit den örtlichen Schwulenverbänden zusammenzuarbeiten:

  • Welche Informationsquellen, Webseiten und Apps verwenden die MSM vor Ort?
  • Wie können wir sie am wirksamsten und effizientesten erreichen?
  • Wie kompliziert sind die Botschaften, die wir vermitteln wollen?
  • Über welche Kanäle und Methoden können wir diese Botschaften vermitteln?
  • Welche finanziellen und personellen Ressourcen haben wir zur Verfügung und was ist unser Zeitrahmen?
  • Welche Kanäle und Methoden passen zu unseren beschränkten Mitteln?

Es ist hilfreich, Kanäle und Methoden auf der Basis ihrer Eignung für das Erreichen der Zielgruppe und der zur Verfügung stehenden Ressourcen auszuwählen. Ebenso wichtige Erwägungen sind der Grad der Komplexität der in der Botschaft enthaltenen Informationen, sowie die Kapazität der Kommunikationskanäle und -methoden, diese Informationen zu vermitteln.

Kommunikationskanal/

-methode

Komplexität der Botschaft Reichweite

 

Vorteile Nachteile Ressourcen
Gedruckte Informationsmaterialien Von einfachen zu komplizierten Botschaften Erfordert existierende Verteilernetzwerke Differenzierte Darlegung des Themas möglich Erfordert Expertenkonsens und -beiträge, Zeit und professionelle Fähigkeiten Hohe Sach- und Dienstleistungskosten, zeitraubend
Online- und mobile Netzwerke Gesamte Spanne der Komplexität Groß und zielgerichtet Flexibel, schnell Braucht hohes Maß an technischen Fähigkeiten und PR-Fähigkeiten, unberechenbar und kurzlebig Mittlerer Kostenaufwand, muss aktiv gepflegt werden
Massenkommunikation Einfache Botschaften Groß, aber nicht zielgerichtet Viele Menschen schnell erreichen Zielorientierung ist schwierig, kurzfristige Wirkung, teuer Hohe Sach- und Dienstleistungskosten, spezielle PR-Fähigkeiten erforderlich
Persönliche Kommunikation Von einfachen zu komplizierten Botschaften Klein, aber zielgerichtet Flexibel, zielgerichtet, hohe individuelle Wirkung Hoher Grad an struktureller Unterstützung erforderlich Niedrige Sach- und Dienstleistungskosten, Personal oder Peers müssen geschult werden, Supervision und Unterstützung
Vor-Ort-Arbeit Einfache Botschaften Klein, aber zielgerichtet Zielgerichtete Arbeit, Möglichkeiten, Schwule und andere MSM zu beteiligen Braucht einen hohen Grad langfristiger Unterstützung Niedrige Sach- und Dienstleistungskosten, zeitraubend, Vor-Ort-Kenntnis erforderlich

Kommunikation anpassen bedeutet auch, auf den örtlichen Kalender der Ereignisse Rücksicht zu nehmen. Anpassung richtet sich nach dem Zustand der Kooperation und des Sich-Teilens von Ressourcen unter den Organisationen, die mit und für MSM arbeiten. Die Kommunikationsarbeit wird u. a. beeinflusst von:

  • Örtlichen Pride-Veranstaltungen
  • Den europäischen Testwochen
  • Ferien und weiteren saisonalen Aktivitäten (z. B. Cruising-Orte unter freiem Himmel, an Stränden etc.)
  • Weiteren Kampagnen der Gesundheitsförderung.

Wer die Verantwortung für Kommunikationsaktivitäten übernimmt, ist u. a. bedingt durch:

  • MSM Community-Gruppen / -organisationen und deren Aktionen
  • Das Vorhandensein von kommerziellen Angeboten von und für MSM (Bars, Clubs, Saunen, Zeitungen und Zeitschriften)
  • Örtlich beliebte Webseiten und Cruising-Apps
  • Nationale Kampagnen und weitere Kommunikationsaktivitäten, die sich an MSM wenden.

Alternativen zur Kostensenkung:

  • Sehr zielgerichtete Kommunikationsmaßnahmen mit sehr einfachen Mitteln, z. B kann eine Botschaft, die auf eine Papiertüte als Safer-Sex-Päckchen für die Verteilung von Kondomen und Gleitmittel gedruckt ist, eine große Wirkung haben und mit wenig finanziellen Mitteln erreicht werden.

Grafische Gestaltung mit CBVCT-Angeboten an anderen Orten teilen und Inhalte übersetzen.

 

Qualitätsentwicklung

Qualitätsentwicklung

Das QIP-Instrument, erhältlich unter www.qualityaction.eu, ist ein umfassendes Qualitätsentwicklungsinstrument für Präventions- und Gesundheitsförderungsprojekte. Es enthält einen Abschnitt zu den verwendeten Kommunikationskanälen und den Gründen für deren Wahl.

Der PQ-Methodenkoffer (Partizipative Qualitätsentwicklung, auch erhältlich unter www.qualityaction.eu), enthält schrittweise Anleitungen zu partizipativen Methoden wie z. B. „Blitzbefragung“ und „Fokusgruppe“, die verwendet werden können, um mehr von der und über die Zielgruppe zu erfahren.

 


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Kommunikation evaluieren
Beschreibung

Beschreibung

Kommunikation evaluieren bedeutet, den Kommunikationsprozess und die Ergebnisse zu bewerten: Inwieweit die Schlüsselbotschaften das Publikum erreicht haben, und inwieweit sie angenommen und verstanden wurden. Eine längerfristige Wirkungsevaluierung kann auch erforschen, inwieweit und wie das Publikum nach den Botschaften gehandelt hat.

 

Anleitungen

Anleitungen

 

Leitfragen für die Evaluierung der Kommunikation sind u. a.:

Prozess:

  • Wie kommuniziert das CBVCT-Angebot bis jetzt?
  • Wer ist eingebunden?
  • Inwieweit wurden die Zeitvorgaben des Kommunikationsplans eingehalten?
  • Welche Rückmeldungen gibt es von Kooperationspartnern?

Leistung:

  • Wie oft wird die Webseite besucht?
  • Wie viele Anzeigen / Artikel wurden veröffentlicht und wo?
  • Wie viele Kontakte gab es über die sozialen Medien?

Ergebnisse:

  • Hat die Kommunikation die MSM erreicht, an die sie gerichtet war?
  • Welchen Anteil von ihnen hat sie erreicht?
  • Wie gut erkennt oder erinnert sich das Publikum an die Botschaft?
  • Welcher Anteil der Zielgruppe erinnert sich an die Botschaft?
  • Inwieweit haben die Empfänger*innen die Botschaften so verstanden, wie sie gemeint waren?
  • Inwieweit haben die Empfänger*innen die Botschaften in ihre Entscheidungsfindung integriert?
  • Welche Rückmeldungen gibt es vom Publikum?

Wirkungen:

  • Ist die Anzahl der Personen, die das CBVCT-Angebot nutzen, gestiegen?
  • Sind diejenigen, die es nutzen, auch die mit dem größten Bedarf?

Relevante und umsetzbare Indikatoren für Kommunikationsmaßnahmen sind u. a. der Anteil der Zielgruppe, den die Maßnahme erreicht hat, wie gut die Zielgruppe die Botschaften erkennt und sich an sie erinnert, und inwieweit die Zielgruppe die Botschaften verstanden und sie in seine Entscheidungsfindung integriert hat. Um die Reichweite einer Kommunikationsmaßnahme zu bewerten, ist ein Ausgangswert oder eine Schätzwert der Größe der zu erreichenden Bevölkerungsgruppe erforderlich. Es ist außerdem möglich, dass die bestehende Gesundheits- und sozialwissenschaftliche Berichterstattung Ausgangswerte zu Wissenstand, Haltungen und Verhalten der Zielgruppe zur Verfügung stellen kann.

Die für die gewählten Indikatoren erforderlichen quantitativen und qualitativen Daten sind manchmal aus bestehenden Quellen ersichtlich (z. B. die Anzahl der Webseitenbesuche, die Anzahl der verteilten Safer-Sex-Päckchen, der Kummerkasten) oder können mithilfe spezieller Instrumente (z. B. Blitzbefragungen, Fragebögen, Interviews) erhoben werden.

Manchmal können Fragen zu einer Kommunikationsmaßnahme in Datenerhebungsinstrumente wie z. B. Evaluierungsbögen für Klient*innen integriert werden.

Eine grundlegende Analyse der quantitativen Daten kann Einsicht in den Prozess und die Leistung der Kommunikation bieten. Ein Vergleich der Ergebnisse mit den Ausgangswerten reicht oft aus, um den Erfolgsgrad oder Fortschritt in Bezug auf eine Zielvorgabe aufzuzeigen. Wenn die Menge der qualitativen Daten aus Rückmeldungen und Kommentaren überschaubar ist, können eine oder mehrere Personen eine einfache Themenanalyse durchführen, indem sie die Daten mehrfach durchlesen und dabei Themen notieren und diese nach und nach konkretisieren.

Leitfragen für Analyse und Berichterstattung sind:

  • Wie viel von dem, was wir uns vorgenommen haben, haben wir tatsächlich erreicht?
  • Wie gut haben unsere Botschaften, Kommunikationskanäle und -methoden funktioniert?
  • Was sagen uns die Reaktionen der Zielgruppe?
  • Was können wir nächstes Mal anders machen?

Aufgrund der bei der Entwicklung von Kommunikationsmaßnahmen ständig notwendigen Veränderungen und Innovationen ist es hilfreich, die Ergebnisse der Evaluierung direkt in den Planungsprozess für die nächsten Maßnahmen einfließen zu lassen.

 

Anpassung

Anpassung

Die Evaluierung der Kommunikation kann separat erfolgen (z. B. um dafür zu sorgen, dass sie Informationen für die nächste Runde von Kommunikationsmaßnahmen bereitstellt), oder als Teil einer Gesamtevaluierung des CBVCT-Angebots. In jedem Fall sollte die Evaluierung auf der Basis von einvernehmlichen Indikatoren erfolgen und Datenerhebung, Analyse sowie Berichterstattung umfassen.

Die für die Durchführung einer Evaluierung nötigen Anstrengungen sollten in einem guten Verhältnis zu den Anstrengungen stehen, die in die Kommunikationsaktivitäten selbst fließen. Beispielsweise können einfache Fragen wie „Wo haben Sie von der Testung bei diesem Checkpoint erfahren?“ und „Woher würden Sie gerne ihre Informationen zu Testung und sexueller Gesundheit erhalten?“ in die Rückmeldungen integriert werden, um die Klient*innen als Teil des Testablaufs gebeten werden.

Bei der Gestaltung der Evaluierung ist es wichtig, nicht nur die Stringenz der Forschungsmethodik, sondern auch ihre Machbarkeit und ihre ethischen Konsequenzen in Betracht zu ziehen. Beispielsweise können zwar reichhaltige Daten erhoben werden, indem jede Klient*in gebeten wird, einen Fragebogen auszufüllen, aber dies könnte sie zu sehr vor den Kopf stoßen und dem Zugang zum Angebot im Weg stehen. Die Sammlung von anonymen persönlichen Erlebnissen auf einem Online-Diskussionsforum kann zwar interessante Daten ergeben, aber es wäre ethisch nicht vertretbar, diese für die Evaluierung zu verwenden, ohne die Zustimmung der Teilnehmenden einzuholen.

 

Qualitätsentwicklung

Qualitätsentwicklung

Frage sechs des Euro HIV EDAT-Selbsteinschätzungsrasters konzentriert sich speziell auf die Kommunikation.

Der PQ Methodenkoffer (Partizipative Qualitätsentwicklung, erhältlich unter www.qualityaction.eu) enthält die „SMART-Kriterien“, die für die Verbesserung der Evaluierungssindikatoren verwendet werden können. Mehrere der im Methodenkoffer enthaltenen partizipativen Methoden, z. B. „Erfassung von Anliegen und Anfragen der Zielgruppe“, „Fokusgruppe“ und „Blitzbefragung“ können verwendet werden, um qualitative Daten zu erheben und die Beteiligung der Zielgruppe zu stärken.

 


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Kommunikation
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StichpunktWas soll getan werden?Wer wird es tun?Wann?Wie überprüfen wir es?
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